Object structure
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Liber sextus Decretalium

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Bonifacius VIII

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kanonisches Recht

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Der Papst Bonifacius VIII (1294—1303) berief eine Kommission, deren Aufgabe war, die sich nicht in der Sammlung Gregor des IX. befindenden Dekretalen zu sammeln und kodifizieren. Die Kommission solle auch alle Zweifelsfragen und Widersprüche des derzeitigen Gesetzes beseitigen. Zu der Kommission gehörten: Erzbischof Wilhelm de Mandagoto, Bischof Berengar Fredoli und Jurist, späterer Kardinal Richard Petronius von Siena. Der neue Kodex des kanonischen Rechts entstand in der Zeitspanne 1296—1298 und wurde von Bonifatius VIII. mit der Bulle sacrosanctae am 3. März 1298 promulgiert. Die Urkunde wurde amtlich Liber Sextus Decretalium genannt, weil sie die Ergänzung und Fortsetzung der Gregorianischen Sammlung war, die bisher aus 5 Büchern bestand hatte (die neue Sammlung wurde als das sechste Buch des Kodexes aufgefasst). Den Inhalt der Sammlung bildeten die Kanonen von den zwei Konzilien von Lyon (1245, 1274) und Dekretalen von Bonifacius VIII. Die neue Kodifikation hob die nach der Promulgation der Dekretalen von Georg IX. erlassene Gesetze auf, im Falle sie nicht in Liber Sextus gefassen wurden. Die Einteilungsgrundsätze der gregorianischen Sammlung wurden beibehalten: das sechste Buch besteht genauso wie übrige aus 5 Teilen: Titeln und capita. Angeschlossen ist eine Kollektion von 88 Rechtsregeln. Verleger: Ioannes Siber, Lyon 1490. 2º. Der Titel aus den ausgeschnittenen Druckbuchstaben zusammengestellt, auf dem ersten Blatt ein Holzschnitt mit den biblischen Darstellungen aufgeklebt. Der Exemplar ist verpilzt, Papier stark durchgefärbt. Prow.: Elbląg — Biblioteka Gimnazjalna. Einband: Brett, braunes Leder, Blindpressung. Stark beschädigt: ein Teil des oberen Bretts fehlt, Lederverluste, Reste der Schließungen [XV/XVI Jahrhundert].

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1490

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[Ioanes Siber]

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